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28.05.2019

Das Compliance-Management-System „Recht im Betrieb“ als digitaler Zwilling

In der Presse wird unter dem Stichwort der Digitalisierung der Industrie der Begriff des digitalen Zwillings immer häufiger verwendet. Das Compliance-Management-System „Recht im Betrieb“ erfüllt die Funktion des digitalen Zwillings auf dem Gebiet des Pflichtenmanagements zur Erfüllung der Legalitätspflicht. Die Produktions- und Lieferketten lassen sich von der Produktentwicklung über die Herstellung, dem Vertrieb und die Vernetzung mit dem Endkunden die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktentwicklung über die Herstellung, den Betrieb und die Vernetzung mit dem Endkunden sich in einzelne Organisationseinheiten einteilen. Für jede einzelne Organisationseinheit kann eine „Kachel“ als Grafik angelegt werden. Mit jeder Kachel werden die Pflichten verlinkt, die von der Produktionseinheit zur Abwendung der Risiken abgewendet werden. Mit jeder Kachel können die Rechtspflichten verlinkt werden, die erforderlich sind, um die Risiken abzuwenden, die von der jeweiligen Organisationseinheit ausgehen. An der Kachel kann der jeweilige Bearbeitungsstand aller Pflichten abgelesen werden. Insbesondere, ob die Pflichten erledigt, überfällig und wann sie zu erfüllen sind. Die einzelnen Kacheln können entsprechend dem Produktions- und Lieferverlauf in ein Fließdiagramm in der Reihenfolge eingestellt werden, die dem Verlauf, die der Realität des Unternehmens entspricht.

Dadurch entsteht mit dem Compliance-Management-System der digitale Zwilling der Unternehmensrealität über die gesamte Wertschöpfungskette. Zwei Vorteile bietet der digitale Zwilling.

  • Erstens wird die Rückverfolgbarkeit für eventuelle Schadensursachen an einem Produkt oder einem Produktionsverfahren erhöht. Werden überfällige Pflichten an einer Organisationseinheit abgebildet, ist dies als Anzeichen dafür zu werten, dass ein Risiko durch die entsprechende Pflicht nicht abgewendet wurde und das Risiko sich zu einer Schadensursache entwickelt hat. Hintereinander geschaltete Produktions- und Lieferketten können dadurch digital nach Schadensursachen leichter untersucht werden als in der Unternehmensrealität. Zum Beispiel können die Eintragsquellen gesundheitsgefährdender Stoffe oder die Kontaminationen leichter identifiziert werden, weil Lieferwege und Produktionsschritte digital nachvollzogen werden können. Festgestellt werden kann zum Beispiel, ob der Schaden bei der Auswahl der Rohstoffe, beim Transport, bei der Produktion, bei der Produktplanung oder der Fertigungskontrolle verursacht wurde. Die Rückverfolgbarkeit spielt beim Handel und der Produktion von Lebensmitteln, Arzneimitteln, von Zulieferteilen der Autoproduktion eine große Rolle. Die Arbeitsteilung führt zu Organisationseinheiten, die voneinander getrennt sind. Der Begriff der „Rückverfolgbarkeit“ kommt 452 mal in unserer Datenbank vor, vor allem zum Beispiel im Lebensmittelrecht, im Medizintechnikrecht, im Gesundheitsschutz.

 

  • Zweitens können am digitalen Zwilling eines Unternehmens alle Rechtsrisiken leichter abgeschätzt werden. Die Rechtspflichten für den gesamten künftigen Geschehensverlauf in Planung, Produkten und Vertrieb lassen sich präventiv feststellen und in konkrete Schutzmaßnahmen zur Risikoabwendung umsetzen. Zum Beispiel bietet es sich an, die kritischen Kontrollpunkte in der Lebensmittelproduktion nach dem HACCP-System in der Reihenfolge digital abzubilden, wie sie in der Unternehmensrealität vorkommen.

Mit dem digitalen Zwilling lässt sich am Bildschirm das Pflichtenmanagement digital für Geschehensverläufe in Zukunft und in Vergangenheit abbilden und nachvollziehen.

Dr. Manfred Rack, Rechtsanwalt

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